Blitzer Apps: Ist die Nutzung in Deutschland erlaubt?

Blitzer-Apps sind beliebte Hilfsmittel, um Geschwindigkeitsmessungen frühzeitig zu erkennen. Doch sind die Apps auf dem Smartphone erlaubt?

Blitzer App
Bildquelle: Bendix - stock.adobe.com

Blitzer Apps und Radarwarner: Ist die Nutzung von Blitzer-Apps in Deutschland erlaubt?

Laut einer repräsentativen Bitkom-Umfrage nutzen rund 49% aller deutschen Auto- und Motorradfahrer Blitzer-Warner – trotz des Verbots während der Fahrt. Das sind hochgerechnet rund 10 Millionen Autofahrer.

In diesem Zusammenhang stellen sich viele Verkehrsteilnehmer die Frage, ob Blitzer Apps und Blitzer Warner eine legale Möglichkeit sind, um sich vor Radarfallen zu schützen. Gleichzeitig herrscht bei vielen Autofahrern Unsicherheit darüber, was erlaubt ist und wo die rechtlichen Grenzen verlaufen. Darf man Blitzer Apps überhaupt nutzen? Kann die Polizei das Handy kontrollieren? Und welche Strafen drohen im Ernstfall?

Gerade im Zuge verstärkter Kontrollen wie beim Blitzermarathon 2026 wird deutlich, dass ein falscher Umgang mit Blitzer-Apps schnell teuer werden kann. Umso wichtiger ist es, die rechtliche Lage genau zu kennen und im Zweifel frühzeitig einen Anwalt für Verkehrsrecht hinzuzuziehen. Wir beleuchten das Thema für Sie im Detail.

Übersicht:

  1. Sind Blitzer Apps erlaubt oder verboten?
  2. Was genau ist eine Blitzer App und wie funktioniert sie?
  3. Darf die Polizei mein Handy nach Blitzer-Apps durchsuchen?
  4. Wie erkennt die Polizei eine Blitzer-App oder Radarwarner auf meinem Handy?
  5. Welche Strafen drohen bei der Nutzung von Blitzer Apps während der Fahrt?
  6. Sind Blitzer Apps während der Fahrt auch für Beifahrer verboten?
  7. Ist der TomTom-Radarwarner in Deutschland erlaubt?
  8. Blitzer.de und Co.: Welche ist die beste Blitzer-App?
  9. Welche Regeln gelten für Blitzer-Apps im europäischen Ausland?
  10. Wie kann ein Anwalt konkret helfen, wenn es um Blitzer-Apps geht?
  11. Was sind typische Fehler im Umgang mit Blitzer Apps?
  12. Wo stehen stationäre Blitzer in Berlin?
  13. Fazit: So steht es aus rechtlicher Sicht um Blitzer-Apps

 

Geplantes Verbot von Blitzer-Apps vom Tisch
Anfang 2026 forderten mehrere Bundesländer im Bundesrat ein komplettes Verbot von Blitzer-Apps – auch der bloße Besitz sollte strafbar werden. Die Bundesregierung lehnte diesen Vorstoß jedoch ab, sodass die bisherige Regelung bestehen bleibt: Apps dürfen installiert sein, die aktive Nutzung während der Fahrt ist weiterhin verboten. Da dürften viele Autofahrer in Deutschland aufgeatmet haben.

1. Sind Blitzer Apps erlaubt oder verboten?

Die Frage, ob Blitzer Apps erlaubt oder verboten sind, lässt sich rechtlich klar beantworten. Auch wenn sie in der Praxis häufig missverstanden wird. Maßgeblich ist § 23 Abs. 1c StVO (Straßenverkehrsordnung). Beim Führen eines Fahrzeugs im Straßenverkehr ist es nach dieser Norm untersagt, technische Geräte zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, die dazu bestimmt sind, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören.

Mit Verkehrsüberwachungsmaßnahmen sind unter anderem Geschwindigkeitsmessungen gemeint, die durch technische Geräte wie Smartphones mit entsprechenden Apps weder gestört noch angezeigt werden dürfen. Darunter fallen klassische Blitzer Apps und Blitzer Warner. Entscheidend ist nicht, ob die App während der Fahrt aktiv genutzt wird. Es reicht bereits aus, wenn sie während der Fahrt betriebsbereit ist und dem Fahrer entsprechende Hinweise geben kann. Genau an diesem Punkt liegt die rechtliche Problematik.

Gleichzeitig ist eine wichtige Differenzierung zu beachten. Denn der bloße Besitz einer solchen App ist nicht verboten. Autofahrer dürfen entsprechende Anwendungen grundsätzlich auf ihrem Smartphone installiert haben. Erst dann, wenn die App während der Fahrt genutzt wird oder einsatzbereit ist, liegt ein Verstoß vor.

Diese Unterscheidung führt in der Praxis häufig zu Fehlannahmen. Viele Nutzer gehen davon aus, dass sie sich im rechtlich sicheren Bereich bewegen, solange sie die App während der Autofahrt nicht auf ihrem Smartphone öffnen. Tatsächlich kann jedoch bereits die betriebsbereite Nutzung problematisch sein. Gerade deshalb ist es sinnvoll, sich im Zweifel anwaltlich beraten zu lassen, insbesondere wenn bereits ein Bußgeldbescheid vorliegt.

Die beliebtesten Blitzer-Apps hierzulande
Einige der bekanntesten Blitzer-Warn-Apps in Deutschland sind Blitzer.de PRO (Marktführer), OOONO (auch als praktisches Bluetooth-Gerät erhältlich), Waze, TomTom AmiGO, CamSam und Radarbot.

Blitzer App
Bildquelle: primipil - stock.adobe.com

2. Was genau ist eine Blitzer App und wie funktioniert sie?

Blitzer Apps sind digitale Anwendungen, die Autofahrer vor stationären und mobilen Geschwindigkeitskontrollen warnen können. Sie gehören zu den am weitesten verbreiteten Verkehrsapps und erfreuen sich großer Beliebtheit, da sie einen unmittelbaren praktischen Nutzen versprechen.

Die Funktionsweise dieser IOS und Android Apps basiert in der Regel auf einer Kombination aus Standortbestimmung und Datenverarbeitung. Über das GPS-Signal wird die aktuelle Position des Fahrzeugs ermittelt und mit einer Datenbank abgeglichen, in der bekannte Messstellen gespeichert sind. Nähert sich der Fahrer einer solchen Position, erfolgt eine entsprechende Warnung. Sie kann sowohl visuell als auch akustisch sein.

Darüber hinaus greifen viele moderne Apps auf sogenannte Community-Daten zurück. Nutzer können neue Blitzerstandorte in Echtzeit melden, sodass andere Fahrer unmittelbar davon profitieren. Dadurch entsteht ein dynamisches System, das sich kontinuierlich aktualisiert. Die Warnung ist auch bei einem Unfall oder Stau möglich.

Ein weiterer Bestandteil vieler Blitzer-Apps und Blitzerwarner ist die sogenannte Blitzer Karte. Sie stellt die bekannten Messstellen übersichtlich dar und ermöglicht es dem Nutzer, sich bereits vor Fahrtantritt einen Überblick zu verschaffen. Genau diese Funktionen machen Blitzer Apps aus Sicht des Gesetzgebers problematisch, da sie gezielt darauf ausgelegt sind, staatliche Kontrollen zu umgehen.

Blitzer App
Bildquelle: mpix-foto - stock.adobe.com

3. Darf die Polizei mein Handy nach Blitzer-Apps durchsuchen?

Viele Autofahrer stellen sich die Frage, welche Befugnisse die Polizei vor Ort hat. Dürfen die Beamten das Handy eines Autofahrers bei einer Verkehrskontrolle nach Blitzer-Apps durchsuchen? Die Antwort darauf ist differenziert zu betrachten und hängt in der Regel von mehreren Faktoren ab.

Grundsätzlich steht das Smartphone unter dem im Grundgesetz zugesicherten Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts und des Datenschutzes. Eine vollständige Durchsuchung ist daher nicht ohne Weiteres zulässig. Insbesondere ein tiefergehender Zugriff auf gespeicherte Daten erfordert in der Regel eine rechtliche Grundlage, zum Beispiel eine richterliche Anordnung.

In der Praxis bedeutet das jedoch nicht, dass Kontrollen ausgeschlossen sind. Wenn ein konkreter Verdacht besteht, dass während der Fahrt eine App genutzt wurde, kann die Polizei Maßnahmen ergreifen. Dazu gehört insbesondere eine Sichtprüfung des Geräts, etwa wenn dieses offen sichtbar im Fahrzeug angebracht ist.

Oftmals ergibt sich der Verdacht bereits aus der Situation heraus, beispielsweise wenn akustische Warnsignale zu hören sind oder die App auf dem Display sichtbar ist. In solchen Fällen kann die Polizei den Sachverhalt dokumentieren und entsprechende Maßnahmen einleiten.

Für Betroffene ist es wichtig, in einer solchen Situation ruhig zu bleiben und keine vorschnellen Angaben zu machen. Aussagen zur Nutzung der App können später eine entscheidende Rolle spielen. Eine rechtliche Überprüfung durch einen Anwalt für Verkehrsrecht kann im Nachgang klären, ob die Maßnahmen rechtmäßig waren oder ob persönliche Rechte verletzt wurden.

Blitzer App
Bildquelle: benjaminnolte - stock.adobe.com

4. Wie erkennt die Polizei eine Blitzer-App oder Radarwarner auf meinem Handy?

Viele Autofahrer gehen davon aus, dass die Polizei über spezielle technische Mittel verfügt, um Blitzer Apps oder Radarwarner gezielt zu erkennen. Tatsächlich ist das nur eingeschränkt der Fall. In den meisten Situationen erfolgt die Feststellung eines Verstoßes nicht durch Technik, sondern durch Beobachtung.

Wenn ein Smartphone sichtbar im Fahrzeug angebracht und eine entsprechende Anwendung geöffnet ist, kann das bereits ein ausreichender Hinweis sein. Auch akustische Warnmeldungen, die auf eine Blitzer-App hindeuten, können von Polizeibeamten wahrgenommen werden.

Darüber hinaus spielt das Fahrverhalten eine Rolle. Auffällige Reaktionen wie ein abruptes Abbremsen ohne erkennbaren Grund können den Verdacht auf die Nutzung einer Warn-App lenken. Solche Indizien reichen in vielen Fällen aus, um ein Verfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr einzuleiten.

Technische Nachweismethoden wie das aktive Auslesen von Apps sind rechtlich und praktisch nur eingeschränkt möglich. Dennoch sollten Sie nicht davon ausgehen, dass ein Verstoß deshalb unentdeckt bleibt. Die Praxis zeigt, dass bereits einfache Beobachtungen der Polizeibeamten ausreichen können.

Blitzer-Marathon und Speedweek Auch 2026 findet wieder die sogenannte Speedweek statt. Darunter versteht sich eine Aktionswoche für mehr Verkehrssicherheit, die jedes Jahr im April und August stattfindet. Sie soll Autofahrer an die geltenden Tempolimits und das erhöhte Unfallrisiko durch Geschwindigkeitsüberschreitungen erinnern.

5. Welche Strafen drohen bei der Nutzung von Blitzer Apps während der Fahrt?

Wer während der Fahrt eine Blitzer-App oder einen Radarwarner nutzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Der aktuelle Bußgeldkatalog 2026 sieht eine Geldbuße von 75 Euro und einen Punkt im Fahreignungsregister vor. Auch wenn diese Sanktionen auf den ersten Blick überschaubar erscheinen, sollten sie nicht unterschätzt werden.

Gerade für Fahranfänger und Personen mit bereits bestehendem Punktestand können zusätzliche Eintragungen erhebliche Folgen haben. In der Probezeit wird ein solcher Verstoß zum Beispiel als B-Verstoß gewertet. Sammeln Sie zwei B-Verstöße, kann das zu einer Verlängerung der Probezeit und der verpflichtenden Teilnahme an einem Aufbauseminar führen.

Hinzu kommt, dass im Einzelfall auch das verwendete Gerät sichergestellt werden kann, insbesondere wenn es als Beweismittel benötigt wird. Das stellt für viele Betroffene eine zusätzliche Belastung dar, weil das Smartphone in der Regel ein wichtiges Gerät im Alltag ist.

Gerade bei Zweifeln an der Rechtmäßigkeit des Vorwurfs und wenn weitere Konsequenzen drohen, ist es sinnvoll, einen Anwalt zurate zu ziehen. Der Experte kann Ihre Situation bis ins Detail prüfen und Ihren Bußgeldbescheid unter die Lupe nehmen. Er steht Ihnen außerdem beratend und verteidigend zur Seite, wenn Sie Einspruch gegen den Bußgeldbescheid erheben möchten.

Blitzer App
Bildquelle: Goran Jakus - stock.adobe.com

6. Sind Blitzer Apps während der Fahrt auch für Beifahrer verboten?

Gemäß § 23 Abs. 1c StVO dürfen Fahrer während der Fahrt keine Blitzer Apps verwenden. Ebenso ist es untersagt, Geräte mit betriebsbereiten Anwendungen und Internetverbindung mitzuführen. Ob diese Regelung auch für Beifahrer gilt, ist juristisch nicht ganz eindeutig und sorgt immer wieder für Diskussionen.

Grundsätzlich richtet sich das Verbot der Nutzung an den Fahrzeugführer. Daraus könnte man zunächst schließen, dass der Beifahrer entsprechende Anwendungen ohne Weiteres verwenden darf. Die Rechtsprechung hat jedoch deutlich gemacht, dass diese Betrachtung zu kurz greift. Entscheidend ist, ob die Nutzung der App dem Fahrer zugutekommt. Wenn der Beifahrer den Fahrer aktiv vor Blitzern warnt, kann das als Umgehung des gesetzlichen Verbots gewertet werden.

In der Praxis bedeutet das, dass auch die Nutzung durch den Beifahrer mit Risiken verbunden ist. Die Abgrenzung hängt stark vom Einzelfall ab und ist häufig Gegenstand gerichtlicher Entscheidungen. Sie sollten sich daher nicht darauf verlassen, dass Ihr Beifahrer während der Fahrt eine Blitzer App legal nutzen darf.

Blitzer App
Bildquelle: nmann77 - stock.adobe.com

7. Ist der TomTom-Radarwarner in Deutschland erlaubt?

Neben klassischen Smartphone-Apps stellen sich viele Autofahrer die Frage, wie sogenannte Radarwarner in Navigationsgeräten rechtlich zu bewerten sind. Ein bekanntes Beispiel ist der in vielen Geräten integrierte Radarwarner TomTom. Rechtlich kommt es auch hier darauf an, ob die Funktion aktiv genutzt wird.

Ist der Radarwarner eingeschaltet und warnt aktiv vor Geschwindigkeitskontrollen, kann das als Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung gewertet werden. Die technische Umsetzung spielt dabei keine entscheidende Rolle und kann als App oder fest integrierte Funktion in einem Navi erfolgen.

Viele Hersteller reagieren auf diese Rechtslage, indem sie entsprechende Funktionen deaktivierbar machen oder in bestimmten Ländern automatisch abschalten. Für Autofahrer bleibt jedoch die Verantwortung bestehen, die Funktion nicht während der Fahrt zu verwenden.

Wie oft wird in der Bundesrepublik im Jahr geblitzt? In Deutschland werden jährlich rund 2,4 bis 2,5 Millionen Geschwindigkeitsverstöße registriert, die einen Eintrag im Fahreignungsregister (FAER) nach sich ziehen. Das sind nur die erfassten Fälle mit Punktefolge – die Gesamtzahl aller geblitzten Fahrer inklusive einfacher Verwarngelder liegt deutlich höher. Insgesamt wurden 2024 rund 4,1 Millionen Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr registriert, davon waren Geschwindigkeitsverstöße mit Abstand Platz 1 vor Handyverstößen (380.000) und Rotlichtverstößen (319.000). (Quelle: Statista.de)

8. Blitzer.de und Co.: Welche ist die beste Blitzer-App?

Die Auswahl an Blitzer-Apps und Radarwarnern ist mittlerweile sehr groß. Zu den bekanntesten Anwendungen gehört Blitzer.de, die sowohl in einer kostenpflichtigen Pro-Version (Blitzer.de Pro) als auch in einer kostenlosen Variante verfügbar ist. Daneben existieren zahlreiche weitere Anwendungen wie die Navi-App Waze, die App Radarbot, der Ooono Blitzerwarner und der Saphe Drive Pro Blitzerwarner.

Aus technischer Sicht unterscheiden sich diese Anwendungen vor allem in der Qualität ihrer Datenbanken, der Aktualität der Meldungen und der Benutzerfreundlichkeit. Kostenlose Apps greifen in der Regel stärker auf Nutzerberichte und Community-Daten zurück, während kostenpflichtige Versionen zusätzlich geprüfte Daten integrieren.

Aus rechtlicher Sicht spielt die Wahl der Blitzer App keine Rolle. Wer sie während der Fahrt aktiv nutzt und in eine Verkehrskontrolle gerät, erhält unabhängig von der genutzten Anwendung einen Bußgeldbescheid. Am sichersten sind Sie daher unterwegs, wenn Sie Ihre Geschwindigkeit an das Tempolimit anpassen und so von Anfang an vermeiden, dass Sie geblitzt werden. Haben Sie aufgrund der Nutzung eines Blitzerwarners einen Anhörungsbogen im Bußgeldverfahren erhalten oder wurden Sie zu Unrecht geblitzt, ist es empfehlenswert, dass Sie sich so schnell wie möglich an einen Anwalt für Verkehrsrecht wenden.

Blitzer App
Bildquelle: StreetOnCamara - stock.adobe.com

9. Welche Regeln gelten für Blitzer-Apps im europäischen Ausland?

Viele Autofahrer gehen davon aus, dass die Rechtslage zu Blitzer-Apps in Europa einheitlich ist. Tatsächlich bestehen aber erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern:

  • Deutschland: Die Nutzung von Blitzer-Apps während der Fahrt ist verboten. Die bloße Installation ist in der Regel erlaubt. Die App darf jedoch nicht aktiv während der Fahrt genutzt werden. Auch indirekte Warnungen, zum Beispiel durch den Beifahrer, können rechtlich problematisch sein.
  • Österreich: Blitzer-Apps sind grundsätzlich erlaubt, wenn sie nur allgemein informieren. Verboten bleiben Geräte und Funktionen, die aktiv Radarfallen erkennen oder stören.
  • Schweiz: Die Regelung ist sehr streng. Sowohl die Nutzung als auch der Besitz von Blitzer-Apps und entsprechenden Geräten sind verboten. Es drohen hohe Geldbußen und die Beschlagnahmung des Geräts.
  • Frankreich: Klassische Blitzer-Apps mit konkreten Warnungen vor Messstellen sind verboten. Erlaubt sind Apps, die lediglich allgemeine Gefahrenzonen anzeigen.
  • Italien: Blitzer-Apps sind grundsätzlich erlaubt. Auch Navigationsgeräte mit entsprechenden Warnfunktionen dürfen genutzt werden, solange keine aktive Störung der Messgeräte erfolgt.
  • Spanien: Apps mit Informationen zu Blitzern sind erlaubt. Verboten sind lediglich Geräte, die aktiv in Messungen eingreifen oder diese stören.
  • Niederlande: Die Nutzung von Blitzer-Apps ist erlaubt und weit verbreitet. Für reine Informationsdienste gelten keine besonderen Einschränkungen.
  • Belgien: Blitzer-Apps sind grundsätzlich erlaubt, solange sie nur informieren. Verboten sind aktive Radarwarner und ähnliche Störgeräte.
  • Polen: Informationsbasierte Blitzer-Apps sind erlaubt. Verboten sind technische Geräte zur aktiven Erkennung oder Störung von Messungen.
  • Vereinigtes Königreich: Blitzer-Apps und entsprechende Navigationsfunktionen sind erlaubt und werden häufig genutzt.

Besonders problematisch ist, dass sich die Regelungen kurzfristig ändern können und nicht immer transparent kommuniziert werden. Wenn Sie mit dem Auto ins Ausland reisen, sollten Sie sich im Vorfeld gut über die geltenden Regeln über Blitzer-Apps informieren, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Blitzer App
Bildquelle: MST BEGOM - stock.adobe.com

10. Wie kann ein Anwalt konkret helfen, wenn es um Blitzer-Apps geht?

Wird Ihnen vorgeworfen, eine Blitzer-App während der Fahrt aktiv genutzt zu haben, lohnt sich der Weg zu einem Top-Anwalt für Verkehrsrecht. Dieser prüft Ihren Bußgeldbescheid im Detail, kann Akteneinsicht beantragen und die Kommunikation mit den Behörden übernehmen. Das ist wichtig, da sich nur auf Grundlage der vollständigen Ermittlungsakte beurteilen lässt, wie die Polizei den Verstoß dokumentiert hat und welche Beweise tatsächlich vorliegen. Gerade bei Vorwürfen im Zusammenhang mit Blitzer Apps zeigt sich häufig, dass die Beweislage weniger eindeutig ist als zunächst angenommen.

Auf Basis der tatsächlichen Beweislage kann ein Anwalt wie Alexander Einfinger eine individuelle Verteidigungsstrategie für Sie entwickeln. Ziel ist, entweder den Vorwurf insgesamt zu entkräften oder zumindest die drohenden Konsequenzen zu reduzieren. So lassen sich unter Umständen hohe Bußgelder und Punkte in Flensburg vermeiden. Kommt es zu einem gerichtlichen Verfahren, vertritt ein Anwalt für Verkehrsrecht Sie außerdem vor Gericht und setzt Ihre Interessen konsequent durch.

Anzahl der Blitzer in Deutschland
In Deutschland gibt es laut aktueller Datenlage rund 6.200 Blitzer insgesamt, aufgeteilt in:

  • 4.816 feste Blitzer
  • 854 aktive mobile Blitzer
  • 559 Blitzer-Anhänger
  • 14.809 mobile Messstellen (temporär)

Das Bundesland mit den meisten festen Blitzern ist Baden-Württemberg mit 1.056 Anlagen und einer Dichte von 2,95 Blitzern pro 100 km² – fast dreimal so viel wie der Bundesdurchschnitt (1,1). Das Schlusslicht ist Bayern, das trotz seiner riesigen Fläche nur 74 feste Blitzer aufweist – gerade mal 0,01 pro 100 km². (Quellen: blitzer.de, geblitzt.de)

11. Was sind typische Fehler im Umgang mit Blitzer Apps?

In der Praxis kommt es immer wieder zu Fehlern im Umgang mit Blitzer-Apps, die unnötig rechtliche Probleme verursachen können. Ein häufiger Irrtum besteht darin, die Nutzung als harmlos einzustufen und die möglichen Folgen zu unterschätzen. Ein weiterer Fehler ist ein unbedachter Umgang mit Aussagen gegenüber der Polizei. Wer bei einer Kontrolle vorschnell Angaben zur Nutzung einer entsprechenden App macht, kann sich dadurch selbst belasten. Auch scheinbar nebensächliche Bemerkungen können im Verfahren später eine Rolle spielen.

Problematisch ist außerdem die Annahme, eine Nutzung bleibe in jedem Fall unentdeckt. Je nach Situation können bereits Beobachtungen oder Angaben der Polizeibeamten ausreichen, um einen Verstoß zu begründen. Ein technischer Nachweis ist nicht in jedem Fall erforderlich. Nicht zuletzt werden Fristen häufig unterschätzt. Gegen einen Bußgeldbescheid muss in der Regel innerhalb von zwei Wochen Einspruch eingelegt werden. Wird diese Frist versäumt, wird der Bescheid rechtskräftig, auch wenn er möglicherweise angreifbar gewesen wäre. Um solche Fehler zu vermeiden, ist es unbedingt empfehlenswert, sich frühzeitig an einen erfahrenen Anwalt für Verkehrsrecht zu wenden.

Blitzer App
Bildquelle: frank peters - stock.adobe.com

12. Wo stehen stationäre Blitzer in Berlin?

Viele Autofahrer verwenden Blitzer-Apps, um vor allem mobile Blitzer zu vermeiden. Bei stationären Blitzern lohnt es sich, kein rechtliches Risiko einzugehen und sich vor Fahrtantritt einen Überblick zu verschaffen. In Berlin stehen beispielsweise zahlreiche festinstallierte Blitzer, deren aktuelle Adressen der Berliner Kurier am 16. April 2026 auflistete:


Berliner Bezirk


Adressen der Blitzer (Anzahl der 2025 festgestellten Verstöße)


Treptow-Köpenick


· Sterndamm 114 – 116 (29.618)

· Am Treptower Park 44 (25.555)

· Adlergestell/Otto-Franke-Straße (10.348)

· Elsenstraße/Puschkinallee (3.401)

· Südostallee Mitte (2.320)


Berlin-Mitte


· Heidestraße (43.108)

· Tunnel Tiergarten (15.100)


Neukölln


· Tunnel Ortsteil Britz (36.495)

· Buschkrugallee/AS Buschkrugallee Lichtenberg (268)


Reinickendorf


· Bundesautobahn A 111 (42.350)

· Tunnel Flughafen Tegel (3.752)

· Hermsdorfer Damm/Waidmannsluster Damm (2.062)

· Lindauer Allee/Roedernallee (1.602)

· Antonienstraße/Scharnweberstraße (1.013)

· Scharnweberstraße/Antonienstraße (724)


Lichtenberg


· Landsberger Allee/Wiesenweg (16.915)

· Riesaer Weg (6.915)

· Landsberger Allee ggü. 230 (8.966)

· Frankfurter Allee (8.806)


Pankow


· B2/Am Luchgraben (13.247)

· Bornholmer Straße/Schönhauser Allee (5.032)

· Prenzlauer Promenade/Ostseestraße (1.081)


Steglitz-Zehlendorf


· Schildhornstraße (18.278)

· Schildhornstraße/Gritznerstraße (10.325)

· Schloßstraße/Wolfensteindamm (1.015)


Tempelhof-Schöneberg


· Potsdamer Straße/Bülowstraße (8.229)

· Kurfürstenstraße/An der Urania (2.730)

· Mariendorfer Damm (1.211)

· Innsbrucker Platz (1.140)

· Oberlandstraße/BAB (650)

· Tempelhofer Damm (448)


Spandau


· Brunsbütteler Damm (5.513)

· Falkenseer Chaussee (4.779)


Charlottenburg-Wilmersdorf


· Kufsteiner Damm 101 (3.185)

· Siemensdamm/Nikolaus-Groß-Weg (1.705)

· Theodor-Heuss-Platz/Masurenallee (1.170)

· Kurfürstendamm/Cicerostraße (947)

· Kaiserdamm/Messedamm (719)

· Bundesallee/Nachodstraße (265)


Friedrichshain-Kreuzberg


· Mehringdamm/Bergmannstraße (24.482)

· Hallesches Ufer/Schönebergerstraße (3.162)

Blitzer App
Bildquelle: Robert Poorten - stock.adobe.com

13. Fazit: So steht es aus rechtlicher Sicht um Blitzer-Apps

Blitzer Apps gehören zu den am weitesten verbreiteten Hilfsmitteln im Straßenverkehr. Sie versprechen einen einfachen Schutz vor Bußgeldern, bewegen sich jedoch rechtlich in einem klar geregelten Rahmen. In Deutschland ist die Nutzung solcher Anwendungen während der Fahrt verboten und kann mit Bußgeldern sowie Punkten in Flensburg geahndet werden.

Die rechtlichen Risiken werden häufig unterschätzt. Gerade im Zusammenspiel mit weiteren Faktoren wie bereits bestehenden Punkten oder der Probezeit können die Konsequenzen erheblich sein. Hinzu kommt, dass die Feststellung eines Verstoßes oft auf einer komplexen Beweislage basiert, die nicht immer eindeutig ist.

Wenn Sie mit einem entsprechenden Vorwurf konfrontiert werden, sollten Sie die Situation nicht vorschnell akzeptieren. Eine sorgfältige rechtliche Prüfung kann aufzeigen, ob der Bußgeldbescheid angreifbar ist und welche Möglichkeiten für Sie bestehen, um die Konsequenzen zu reduzieren.

Ein Anwalt für Verkehrsrecht kann entscheidend dazu beitragen, die eigenen Rechte zu wahren und die für Sie beste Lösung zu erreichen. Die Einfinger Anwaltskanzlei steht Ihnen in Berlin und bundesweit zur Seite und unterstützt Sie persönlich, beratend und verteidigend dabei, Ihre Rechte und Interessen durchzusetzen. Wir nehmen Ihre Anfragen an 365 Tagen rund um die Uhr entgegen. In der Regel melden wir uns innerhalb von 24 Stunden mit einer Ersteinschätzung. Anschließend besprechen wir mit Ihnen alle weiteren Details. Bei uns sind Sie nicht nur eine Nummer, wir betrachten jeden Fall höchst individuell und persönlich.

Diesen Beitrag teilen:
envelopeprinterphone-handset